Tischtennis

“ALP-TRAUM“ erfüllt

Tim Frigge & Heiko Oelmann bezwingen die Alpen mit dem Rad.

Geschafft! Im wahrsten Sinne des Wortes. Körperlich gezeichnet, aber überglücklich erfüllten sich die beiden Tischtennisspieler des Hammer SportClub 2008 e.V. in diesem Sommer mit zwei Radfreunden aus Salzgitter und Dortmund einen wahren (Alp)-Traum. Sie überquerten mit dem „Geländerad“ Europas höchstes Gebirge.

Tim, der in seiner Jugend sehr erfolgreich Motor-Cross gefahren ist, benötigte keine Überredungskunst als er Heiko letztes Jahr fragte. „Klar machen wir es!“ Da ließ sich der Rad-Scout, der für die Stadt Hamm geführte Touren anbietet, nicht lange bitten. Die beiden „Tünner“-Jungs verbrachten immerhin schon mehrere Rad-Urlaube in den Alpen und trauten sich dieses Abenteuer zu.

Das allerdings kein Zuckerschlecken war, verdeutlicht Tim in klaren Zahlen. „Wir legten in sieben Tagen 450 km mit 9 kg Rucksack, davon 300 km auf Schotter zurück. Ca.2 km mussten wir schieben. Dazu kamen 8.000 Höhenmeter und 7 Pässe bis 2500 m ü. NN. Bei Temperaturen um 30° tranken wir vier bis fünf Liter während der 50 bis 95 km langen Touren. Außerdem war abends kein Bett vorgebucht.“

Nach endlosen Recherchen im Internet, kristallisierte sich als Start Benediktbeuern in Oberbayern heraus. Das Ziel: Colico am Comer See. Im Winter startete mühselig bei Schnee, Gegenwind & Regen das Grundlagen-Training. Ganzkörpergymnastik wechselte sich mit zahllosen Fahrten im flachen Umland ab. Schließlich folgten mit Einsetzen des Sommers um Ostern herum erste Höhenmetersammlungen auf Hamms Halden und dem Sauerland. Im Juli letztendlich stimmte die Form: Die Alpen konnten nach 3.000 km kommen.

Hochmotiviert und bei strahlendem Sonnenschein begann der Start gleich mit einem Plattfuß an Heikos Rad. „Ich hatte den Kaffee direkt auf“: So das Statement des 47-jährigen Vermessungstechnikers. Denn die Laune ging weiter in den Keller als direkt nach dem Malheur unfahrbare Schiebe-Passage mit anschließendem Sommergewitter am Walchensee auf die Jungs wartete. Doch nach zwei Stunden „Zwangspause“ lief es fast wie geschmiert. Dank „Astronauten-Nahrung“, reichlich Getränken und spitzenmäßige Ausarbeitung der Tagestouren geriet das Fahren dank Navi im mittleren Pulsbereich selten zur Quälerei.

Schwieriger die Suche nach einer Bleibe:

Erst kurz vor Sonnenuntergang gefunden, nächtigten die Fahrer mal in illustren 70er Jahre Hotels mit stilechtem Mobiliar, oder auch in einem „zügigen“ Indianertipi auf einem Zeltplatz in der Schweiz. Der erste richtige „Kracher“ hieß am vierten Fahrtag „Pass da Costainas“: Eine Schotterstraße, 2.251 m hoch, mit Steigungen zwischen 5 und 20% ,an der Grenze Schweiz – Italien.

Tim, der als erster oben „anschlug“ entgegnete leicht errötet: „1.000 Höhenmeter am Stück sind ein Brett“. Der Gabelstapelexperte war nicht alleine mit seiner Meinung an der zermürbenden Neigung die in einem Traum-Pfad endete. Denn alle vier erlebten nach zwei Stunden bei max. 6 km/h irgendwann ihr muskuläres Waterloo.

„Aber was für eine Mega-Abfahrt“ jubilierte Heiko, der nicht allein mit achtzig Sachen in das wunderschöne Münstertal in der Schweiz hinunter rauschte. Hier erholte sich die Gruppe nun mit einem „teuren“ Ruhetag für die weiteren drei Fahrten auf dem Alpenhauptkamm. Einhellig die Meinung Aller: „Einmalig schön und scheinbar „unberührt“ diese bizarre, baumlose Landschaft, die da oben zwischen Scoul und St.Moritz thront. Herausragend: Auf 2500 m im Gras liegend auf die  gegenüberliegenden 4000 m hohen Gletscher von Ortler, Piz Palü und Piz Bernina“ zu schauen. WELTKLASSE !!! Dagegen erschienen die Touristenströme in St.Moritz und Livigno wie eine hektische Parallelwelt.

Am letzten Fahr-Tag wollte das Quartett dann nur zum See. Über den Maloja-Pass gerieten diese 95 km mit 1600 Höhenmetern ins Tal allerdings „dank wüstenähnlichem“ Klima in Italien zur „Tortur“. „Wir waren so alle, aber sowas von…“ entgegneten die beiden Hammer im Ziel am Comer See. Mehr als 6 Stunden Fahrt, fiese Gegenanstiege mit zermürbenden Schiebepassagen, dazu 40 Grad im Schatten, zerrten gehörig an Körper und Nerven. Kurz vor Sonnenuntergang in Colico angekommen hatte der Rad-Gott schließlich ein Einsehen. Er belohnte die Burschen mit einer traumhaften Finca oberhalb des Sees. Perfekt gelegen fanden die Vier hier die nötige Ruhe. In zwei Tagen versüßten feinstes Essen, geruhsames Ausschlafen und Badegänge im See eine alles in allem „einmalige Tour“ die ihres Gleichen suchte.

Noch völlig beeindruckt von diesen grandiosen Erlebnissen brachte ein Kleinbus-Fahrer aus Südtirol die vier Männer schließlich am zehnten Tag wieder gesund und halbwegs erholt zum Startort am Kochelsee zurück.

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